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Building the peace region: Alps – Adriatic

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Alpen Adria Manifest (Deutsch)
Alpe Jadranski Manifest (Slovensko)
AA Manifesto (Italiano)

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4 comments

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  1. Lieber Marjan!

    Vorweg finde ich es eine hervorragende Idee, anlässlich von „100 Jahre Kriegsende“, auf das vergangene Saeculum aufbauend, einen Blick in die Zukunft unserer Region zu werfen und diese „realistische Vision“ in einem Manifest zu verdichten. Dem vorliegenden Entwurf kommt also zweifelsfrei das Verdienst zu, Pionierarbeit geleistet zu haben.

    Es liegt in der Natur eines Konzepts, dass vieles nicht stringent ist und manches geklärt werden muss, um letztlich in einer knappen Manifestform das Licht der Öffentlichkeit zu erblicken. Der von dir mitgesandte Text von Werner Wintersteiner „Die realistische Utopie offener Grenzen“ ist ein ausgezeichnetes Beispiel für eine durchdachte und stringente Arbeit, auch wenn man vieles inhaltlich nicht mit dem Autor zu teilen vermag. Der Manifestentwurf will zu viel auf einmal und überfrachtet sich nach meiner bescheidenen Meinung damit selbst. Von grundsätzlicher Sozial-und Kapitalismuskritik über den Kolonialismus bis hin zu globalen Problemen („Klimawandel“) und zu soziopathologischen Phänomenen („häusliche Gewalt“) spannt sich ein viel zu weiter Bogen. Kraut und Rüben vertragen sich nicht einmal im richtigen Kärntner Ritschert. Die Sprache erinnert vielfach an Agitprop-Sprech und vieles ist nicht nachvollziehbar und unrichtig.

    Aus Zeitmangel vermag ich nur kursorisch darzustellen, wie ich mir I) Inhaltsteile eines solchen Manifests vorstelle und II) wo ich beispielsweise einfach Korrekturen anbringen möchte.

    Ad I 1.) würde ich die spezifische historische Situation des Alpen-Adria-Raums vielleicht kurz resümierend analysieren und daraus Visionen für die Zukunft entwickeln. Beispielhaft sei hier nur genannt:

    A: Verpflichtendes Erlernen der Nachbarsprachen Deutsch, Slowenisch und Italienisch. Das heißt, die Kugy-Klasse des Klagenfurter Slowenischen Gymnasiums als methodisch-didaktischer Normalfall zumindest in Teilen Kärntens, Friauls und Sloweniens.

    B: Ausschließlich alle topographischen Namen in diesem Raum sind zumindest zweisprachig, vielfach auch dreisprachig und in Friaul auch viersprachig (Deutsch/Slowenisch/Italienisch/Furlan). Bewusste Pflege dieses Erbes durch Sichtbarmachung im gesamten zu definierenden Raum.

    C: Der von der momentanen Wiener Regierung in die Diskussion geworfenen Frage der Doppelstaatsbürgerschaft kann ich – wenn man einen Schritt weiter denkt als die rechten Befürworter und zwei Schritte weiter denkt als die linken Verhinderer – sehr viel abgewinnen. LH Arno Kompatscher sprach sich klar für die Doppelstaatsbürgerschaft aller Südtiroler, egal welcher der drei Sprachgruppen sie angehören, aus und der ehemalige EU-Abgeordnete Reinhold Messner geht noch einen Schritt weiter, indem er auch für die überwiegend Italienisch und im geringen Ausmaß Ladinisch sprechenden Welsch-Tiroler die österreichische Staatsbürgerschaft einfordert. Abgesehen davon, dass wir in Istrien, aber auch rund um Ungarn schon Beispiele für Doppelstaatsbürgerschaften haben, wäre eine wechselseitige Doppelstaatsbürgerschaft eine friedensstiftende Mission erster Ordnung. Serbisch-österreichisch-italienische Doppel- und Dreifachstaatsbürger hätten vor 100 Jahren am Isonzo mit Sicherheit nicht die Nestroy’sche Frage gestellt: „Ich bin neugierig, wer stärker ist: Ich oder ich?“

    D: Unser Gebiet ist auch dadurch charakterisiert, dass sehr kleinräumig nicht nur verschiedene Sprachen, sondern auch verschiedene Varianten dieser Sprachen (Dialekte) gesprochen werden. Ein Gailtaler Slowenisch-Dialekt-Sprecher versteht seinen Jauntaler Kollegen kaum und beide nicht ihre Freunde im Obermurgebiet. Alle drei scheitern aber erfolgreich im Resiatal. Ähnliche Beispiele ließen sich auch für die oberdeutsch-bairischen Mundarten sowie die verschiedenen Varianten des Furlan und des Italienischen finden. Vom Istro-Rumänischen und den im Mittelhochdeutschen steckengebliebenen Deutschsprechern in Plodn/Sappada, Zahre/Sauris und Timau/Tischelwang/Tamau ganz zu schweigen.

    Wenn wir vielen Zukunftsforschern glauben wollen, wird uns durch die dritte und wohl kommende vierte und fünfte industrielle Revolution die Arbeit ausgehen. Warum sollen wir nicht Menschen bezahlen, die sich verpflichten, das Istro-Rumänische, das Resia-Slowenische oder das Gurktalerische zu erhalten?

    E:Verstärkte gemeinsame Nutzung sowie gezielter gemeinsamer Ausbau der Infrastruktur. So wie Ljubljana heute bereits erste Adresse für alle Verbrennungsopfer Mitteleuropas ist, könnte man die vorhandenen Ressourcen kostenschonend besser aufteilen und nutzen. Aber wir bringen es nicht einmal zusammen, die auf einer Strecke von 100 km aufgefädelt liegenden Krankenhäuser Judenburg, Friesach, St.Veit/Glan und Klagenfurt sinnvoll zu koordinieren oder einen Standort zu schließen. Von der Stolzalpe und anderen Nebenschauplätzen rede ich gar nicht.

    Ad I 2.) Als zweiten Betrachtungsring würde ich die europäische Motiv- und Gemengelage heranziehen. Ich halte es halt einmal für evident, dass Europa auf den drei berühmten Hügeln (Akropolis/Philosophie, Palatin/Recht und Golgatha/Transzendenz) gebaut ist. Aus dieser Gemengelage entwickelte sich letztlich sowohl unsere Form der parlamentarisch-präsentativen Demokratie als auch unsere Sicht von der universellen Geltung der Menschenrechte. Diese in der Französischen Revolution gehärteten „europäischen Werte“ müssten jedenfalls ins Manisfest einfließen.

    Ad I 3.) Der dritte Ring des Manisfestinhalts müsste wohl die globale Dimension sein. Hier hat der Klimawandel ebenso seinen Platz wie beispielsweise Fragen der Emigration. Europa wird jedenfalls gemeinsam einen Modus finden müssen, um dieser globalen Verantwortung gerecht zu werden. Die kollektive Aufnahme der Bevölkerung aller anderen Kontinente, egal wie hoch der Pegel bedauerlicherweise in Bangladesch steigt, ist es jedenfalls nicht. Die Ansätze von Slavoj Žižek scheinen mir ebenso brauchbar wie jene von Immanuel Kant.

    Ad II) Überschrift
    Nachdem es laut unserem Landesmilitärkommandanten weltweit 223 mehr oder weniger bewaffnete Konflikte (Stand 1.12.2017) auf der Welt gibt, scheint mir diese Überschrift schlicht unpassend. Sie konterkariert nebenbei bemerkt die Tatsache, dass wir hier auf engstem Raum vier eigenständige Sprachen und viele Dialekte sprechen. Ich weiß schon, dass es in unserer Jugend en vogue war, englische Zitate zu nehmen – noch dazu wenn sie von John Lennon stammen – aber wir sollten uns schon im Klaren sein, dass wir unter der Prämisse, dass wir die Iren mit ihrem Gälisch-Anspruch und die Malteser mit ihrem Maltekisch-Anspruch ernst nehmen, das Englisch nunmehr eine Sprache ist, die in keinem der 28 Staaten der Europäischen Union Amtssprache ist. Ich bin weit davon entfernt zu verkennen, wie wichtig Englisch als Lingua franca ist, trotzdem scheint es mir im vorliegenden Kontext unangebracht, es mehr oder weniger unmotiviert zu verwenden. Alle Alt-68er mögen mir verzeihen.

    Ad Seite 1, 2.u.3. Absatz) Die einleitenden Erläuterungen spiegeln die persönliche Meinung des Verfassers wieder und sind von mir nicht zu kommentieren.

    Ad Seite 1: „Vertreibungen und Umsiedelungen“

    Wenn ich die doch seriöse Quelle „Die Zeit.de“ nehme und dort lese, dass zwischen 1944 und 1947 zwischen 400.000 und zwei Millionen Flüchtlinge ums Leben gekommen sind und allein aus sowjetischen Lagern nur zwei von 3,3 Millionen deutschen Kriegsgefangenen lebend nach Hause kamen, so scheinen mir diese beiden unkommentierten Substantiva arg relativierend zu sein. Damit kein Verdacht aufkommt: dass von 5,7 Millionen Rotarmisten nur 3,3 Millionen die deutsche Kriegsgefangenschaft überlebten, gehört ebenfalls in diese Kategorie.

    Ad Seite 1: „Erinnerungskonflikte“

    Diese scheinen mir im zu beobachtenden Raum vernachlässigbar.

    Ad Seite 2: „Österreich-Ungarn und Italien“

    Nachdem damals Triest, Görz und Trient ebenso kakanische Städte wie Laibach und Agram waren, fehlt hier zumindest Slowenien. Italien kann keinesfalls „Auslöser des Krieges“ gewesen sein, da es sich zu Kriegsbeginn für neutral erklärte und erst 1915 in den Krieg eintrat.

    Ad Seite 2: „Kolonialismus“

    Trotz Abessinienkrieges und Feldzuges in der Kyrenaika hat der Kolonialismus in unserem Raum nicht wirklich eine Rolle gespielt, geschweige denn, dass er „uns bis heute Brandherde und Konfliktstoffe im Nahen Osten“ bescherte. Hier tragen wohl eher die Briten und Franzosen die Verantwortung. Stichwort: Balfour-Deklaration.

    Ad Seite 2: „Wir sind Kinder des 20. Jahrhunderts“

    Ob es uns freut oder nicht, aber mittlerweile gibt es schon zahlreiche KärntnerInnen, die volljährig sind, obwohl sie schon Kinder des 21. Jahrhunderts sind!

    Ad Seite 2: „Antislawismus“

    Dieser ist wohl auch schon eher zu einem historischen Phänomen geworden und man sollte wohl besser beispielsweise über den Anti-Afrikanismus und eine xenophobe Grundstimmung lamentieren.

    Ad Seite 3: „Der neue Nationalismus nützt die damit einhergehenden narzisstischen Verletzungen einer gekränkten Männlichkeit und mobilisiert überkommene Kriegerideale, wie sie nicht nur im Ersten Weltkrieg vorherrschten, und die sich in aggressiver Rivalität, häuslicher Gewalt und politischem Fanatismus bis hin zu Terrorismus, radikalem Islamismus und Rechtsradikalismus bemerkbar machen.“

    Wenn ich bösartig wäre, was ich, wie du weißt, nicht bin, würde ich hier als Kommentar sagen, dass ein Gutmensch sein ganzes Credo in diese Zeilen legte. Ich will mich nur darauf beschränken heftig zu widersprechen, dass „Ideale des Ersten Weltkrieges„ (als einziges Beispiel sei der Ehrbegriff genannt, der bei Männern zum Duell und bei Frauen zum Suizid führte) heute überhaupt noch eine Rolle spielen und was das Ganze mit dem hier zitierten „radikalem Islamismus“ zu tun hat, bleibt vermutlich auch dem Verfasser schleierhaft. Aber wie gesagt, da ich nicht bösartig bin, habe ich es mir nur gedacht.

    Ad Seite 3: „Europa als Friedensprojekt kann aber nur in dem Maße erfolgreich sein, als es sich nicht auf die Ideologie des Nationalstaates und des entfesselten Kapitalismus gründet, sondern als deren Überwindung begreift.“

    Mit Verlaub, die EU versteht sich als Summe von Nationalstaaten und kapitalistischer Wirtschaftsordnung.

    Ad Seite 4: „…dann diese, die Grundsätze der Menschenrechte, der Demokratie und der Gewaltfreiheit, die auf seinem Boden entstanden sind, wenngleich von Menschen auf dem gesamten Erdball entworfen…“

    Hier ist man versucht, dem Autor die von 45 Außenministern am 5.8.1990 unterschriebene Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam, nach der die Todesstrafe für Apostasie durchaus erklärbar ist, entgegenzuschleudern!

    Ad Seite 5: Die Aufzählung vorbildhafter Frauen und Männer ist natürlich Geschmacksache, aber nach meinem Dafürhalten müsste der in Pievi Tesino/Tesin geborene Welschtiroler Alcide De Gasperi aufgrund seiner überragenden Verdienste für die Einigung Europas jedenfalls dazuzählen. Auch der in der Untersteiermark in Polzela/Heilenstein geborene Begründer der Ethnopsychoanalyse und Klagenfurter Ehrendoktor Paul Parin wäre würdig genug hier genannt zu werden. Zumindest würde ich den je drei genannten Slowenen und Italienern auch drei Kärntner dazuzählen. Auf die Schnelle fielen mir Oswald Gutsmann, Matija Achazel und Peter Handke ein.

    Dragi prijatelj, alles ist unvollkommen, so auch diese exkursorische Sicht auf dein Manifest.

    Sei herzlich gegrüßt

    Rudi

    Klagenfurt, 14.8.2018

  2. Kant’s Gedanken zu jenen, die vor Krieg und Bedrohung fliehen.

    Der dritte Definitivartikel seiner Schrift „Zum ewigen Frieden“ handelt von dem Recht der Hospitaliät, das heißt der Gastfreundschaft. Hierbei habe ein Fremder ein Besuchsrecht für ein anderes Land und könne sich dort aufhalten, ohne dass man ihm feindselig gesinnt sein dürfe, solange er sich selbst rechtmäßig verhalte. Ein Mensch, der fremdes Staatsgebiet betrete, dürfe auch nicht ausgewiesen werden, sofern dies zu seinem Leid geschehe, es sei denn, er habe sich feindselig gegen den fremden Staat verhalten. Der Fremde habe allerdings kein Gastrecht, auf das er Anspruch erheben könne, sondern nur ein Besuchsrecht.

    Wären das nicht eine klare ethische Basis für den Umgang mit den Migranten-Problem?

  3. Slavoj Žižek o migracijah
    Kakšne posledice za Evropo bo po vašem imel prihod beguncev?
    Neposredna pomoč ljudem v stiski je moralno absolutno nujna. Neusklajeno priseljevanje pa vseeno ogroža jedro Evrope – in sicer ne le zato, ker prihajajo ljudje iz tujih kulturnih krogov, temveč ker nam Evropejcem grozi, da bomo opustili, kar ima Evropa najboljšega in najvrednejšega.
    In to je?
    Univerzalizem, človekove pravice, solidarnost, razsvetljenstvo. To po mojem tvori srčiko Evrope. Te vrednote so zdaj ogrožene z dveh strani. Ogrožajo jo desnopopulistični nasprotnik priseljevanja, ki bi domovino najreje zaprli s pregradami in ki zaradi negotovosti številnih ljudi dobivajo nov zagon. Hkrati pa Evropo ogrožajo tudi sentimentalni levičarji, ki licemerno navijajo za odprte meje.
    Kaj mislite s tem?
    Ti levi liberalci dobro vedo, da njihove zahteve niso uresničljive in da vse meje nikoli ne bodo odprte, zato to zahtevajo še toliko samozavestneje. Mazohistično uživajo v svoji impotentnosti – in se hkrati počutijo moralno večvredne. Poleg tega se antievropocentrični levičarji ne čutijo upravičeni, da od prihajajočih muslimanov zahtevajo, naj sprejemajo evropske vrednote. Pa to vseeno moramo.
    Človekove pravice in solidarnost – vaša predstava o Evropi je zelo laskava. Toda ali ne temelji evropska blaginja prav na izkoriščanju revnejših držav?
    Soodgovorni smo za nove oblike suženjstva, ki toliko ljudi poženejo v beg. Pomislite samo na tovarne, kjer šivajo naša oblačila. Vendar na to ne smemo gledati sentimentalno. Zgolj empatija do izkoriščanih nam ne bo pomagala. Kapitalizem je v samem bistvu globalen, to ni več izključno evropska značilnost. Evropejci smo lahko ponosni na človekove pravice in univerzalizem – pa čeprav sta njihovo zgodovinsko ozadje industrializacija in kapitalizem; iz tega izhajajo. Na te vrednote se moramo sklicevati, ko k nam prihajajo ljudje iz drugih kulturnih krogov. Navsezadnje prihajajo tudi zato, ker si takšne vrednote želijo zase in za svoje otroke.
    Te vrednote bi morala braniti nova vodilna kultura?
    Tako je! Zaradi vse bolj razširjenega desnega populizma je slepa strpnost nekaterih levičarjev zgrešena strategija. Nestrpnih ljudi, kot so muslimanski fundamentalisti, vendar ne moremo strpno sprejemati! Preprosto je reči, takšna je pač njihova kultura in kot takšno jo moramo sprejeti. Kaj pa bomo storili, ko bodo starši hčerko prisilili, da nosi naglavno ruto, čeprav je noče? Pravim tako: če se to dogaja v Evropi, se moramo zavzeti za svobodo te deklice in uveljaviti svoja pravila. Muslimani ne morejo priti k nam in prevzeti le tistega, kar se jim v Evropi zdi prijetno.

  4. Interview mit Salvoj Žižek in einer slowenischen Zeitung

    Welche Folgen wird der Zuzug von Flüchtlingen für Europa haben?
    Die unmittelbare Hilfe den Menschen in Not ist moralisch absolut notwendig. Der unkoordinierte Zuzug aber bedroht das Wesen Europas – und zwar nicht nur deswegen, weil die Menschen aus anderen Kulturkreisen kommen, sondern weil uns Europäern das droht, dass wir das aufgeben werden, was Europa als Bestes und Wertvollste hat.
    Und das wäre?
    Der Universalismus, die Menschenrechte, die Solidarität, die Aufklärung. Das macht das Wesen Europas aus. Diese Werte sind jetzt von zwei Seiten bedroht. Sie werden bedroht von den rechtspopulistischen Gegnern der Zuwanderung, die die Heimat am liebsten mit Barrieren zusperren möchten und die wegen der Unsicherheit vieler Menschen einen neuen Aufschwung erhalten. Gleichzeitig aber bedrohen Europa auch die sentimentalen Linken, die heuchlerisch für offene Grenzen eintreten.
    Was meinen sie damit?
    Diese linken Liberale wissen gut, dass ihre Forderungen nicht realisierbar sind und dass alle Grenzen nie offensein werden, deswegen fordern sie diese Öffnung umso selbstbewusster. Masochistisch genießen sie in ihrer Impotenz – und fühlen sich gleichzeitig moralisch überlegen. Noch dazu fühlen sich die antieuropazentrischen Linken nicht berechtigt, von den kommenden Muslimanen zu fordern, dass sie die europäischen Werte übernehmen. Aber das müssen wir.
    Menschenrechte und Solidarität – ihre Vorstellung von Europa ist sehr schmeichelhaft. Aber basiert der europäische Wohlstand nicht auf der Ausbeutung ärmerer Länder?
    Wir sine mitverantwortlich für die neuen Formen der Versklavung, die so viele Menschen in die Flucht treibt. Denken sie nur an die Fabriken, wo unserer Kleider genäht werden. Jedoch auf das dürfen wir nicht sentimental schauen. Nur die Empathie für die ausgebeuteten wird uns nicht helfen. Der Kapitalismus ist in seinem Wesen global, das ist nicht eine ausschließlich europäische Eigenschaft. Wir Europäer können stolz sein auf die Menschenrechte und den Universalismus, obwohl ihr historischer Hintergrund die Industrialisierung und der Kapitalismus sind; davon gehen sie hervor. Auf diese Werte müssen wir uns berufen, wenn Menschen aus anderen Kulturkreisen zu uns kommen. Schlussendlich kommen sie auch deswegen, weil sie diese Werte für sich und ihre Kinder haben möchten.
    Diese Werte soll nun eine neue Leitkultur verteidigen?
    So ist es. Wegen des immer verbreiteten Rechtspopulismus ist die blinden Toleranz einiger Linker eine verfehlte Strategie. Nichttolerante Menschen, wie die muslimischen Fundamentalisten, können wir doch nicht tolerant empfangen. Es ist einfach zu sagen , so ist halt ihre Kultur und als solche müssen wir sie akzeptieren. Was werden wir tun, wenn die Eltern ihre Tochter zwingen werden eine Burka zu tragen, obwohl sie es nicht will. Ich sage es so: wenn das in Europa stattfindet, müssen wir uns für die Freiheit des Mädchens einsetzen und unsere Regeln durchsetzen. Die Moslems können nicht zu uns kommen und nur das übernehmen, was ihnen in Europa gefällt.